Eine eigene Karte für draußen
Die Karte aus dem Gastraum funktioniert draußen selten. Im Sommer wollen die Leute etwas Frisches, Schnelles und zum Teilen, und auf einem kleinen Tisch ist kein Platz für ein vierseitiges Heft. Eine gut geplante Sommerkarte:
- Passt auf ein Blatt, höchstens beidseitig.
- Ist nach Momenten gruppiert: etwas Leichtes, Teller zum Teilen, Getränke und etwas Süßes.
- Hat wenige Gerichte, die die Küche auch bei vollem Biergarten schnell rausschicken kann.
- Stellt die Getränke in den Mittelpunkt, denn im Sommer machen sie einen großen Teil der Rechnung aus.
Aufbau der Karte
- Leichtes: kalte Suppen wie Gazpacho oder Gurkensuppe, Salate mit Tomaten der Saison, Burrata, Wurstsalat, Obatzda mit Brezn. Gerichte, die in einer Minute aus der Kühlung kommen.
- Zum Teilen: Flammkuchen, Calamari, Pommes, Chicken Wings, Fischbrötchen, Nachos. Mit zwei Preisen, klein und groß.
- Getränke: Helles und Weißbier (0,3 l und 0,5 l), Radler, Aperol Spritz oder Hugo, Weinschorle (0,25 l), Rosé im Glas (0,2 l), hausgemachte Limonade, Apfelschorle und Wasser. Wenn du Sommercocktails hast, reichen zwei oder drei.
- Eis und kalter Kaffee: ein Eisbecher, Spaghettieis, ein paar Sorbets und ein Eiskaffee.
Wenn du ein Gericht hervorheben willst, etwa eine Grillplatte oder sonntags einen Steckerlfisch, markier es als Empfehlung, statt eine weitere Rubrik anzulegen.
Preise draußen
Was im Sommer die meisten Fragen auslöst, ist der Preis draußen:
- Wenn du draußen andere Preise verlangst, mach eine eigene Karte für draußen mit diesen Preisen und schreib es unten drauf. Die Gäste müssen es wissen, bevor sie bestellen.
- Klein und groß in zwei Spalten mit Überschrift. Gibt es ein Gericht nur in einer Größe, bleibt die andere leer.
- Getränke mit Menge: Bei jedem Getränk steht die Menge (0,3 l, 0,5 l). Sag bei Karaffen und Krügen, für wie viele Personen sie reichen, damit niemand vom Preis überrascht wird. Mindestens ein alkoholfreies Getränk darf nicht teurer sein als das billigste alkoholische, auch umgerechnet auf den Liter (§ 6 Gaststättengesetz oder die entsprechende Regel deines Bundeslandes).
- Endpreise und Pfand: Die Preise enthalten MwSt. (7 % auf Speisen, 19 % auf Getränke) und Bedienung. Pfand für Krüge und Gläser gibst du neben dem Preis an, nicht darin eingerechnet. In Österreich enthalten die Preise 10 % auf Speisen und 20 % auf Getränke; in der Schweiz nennst du sie in CHF.
Allergene auf der Sommerkarte
Kalte Gerichte wirken harmlos, aber viele enthalten Allergene, die du nicht erwarten würdest:
- Gazpacho und kalte Suppen: Gluten, wenn Brot drin ist, Sulfite aus dem Essig und Sellerie in vielen Rezepten.
- Pesto: Käse bedeutet Milch. Pinienkerne gehören nicht zu den 14 Hauptallergenen; andere Rezepte verwenden aber Cashews oder Mandeln, und die sind Schalenfrüchte.
- Frittiertes: Calamari sind Weichtiere, Backfisch und Fischbrötchen Fisch, und der Teig bedeutet meist Gluten und manchmal Eier. Wenn die Pommes im selben Öl frittiert werden, weise auf die mögliche Kreuzkontamination hin.
- Wein, Rosé, Spritz und Weinschorle: Sulfite. Bier und Radler: Gluten.
- Eis: Milch und, bei Nusssorten, Schalenfrüchte. Frag deinen Lieferanten nach Spuren.
Markiere jedes Gericht, auch wenn es nur im Sommer auf der Karte steht: Die Informationspflichten sind dieselben. Für Wurstsalat und Leberkäse kommen in Deutschland die Zusatzstoffe dazu, etwa „mit Konservierungsstoff“ oder „mit Phosphat“.
Wann du es vorbereitest
Die Saison draußen beginnt früher, als du denkst. 2027 liegt Ostern vom 26. bis 29. März, und bei gutem Wetter wollen die Leute schon draußen sitzen. Ein praktischer Zeitplan:
- März: Preise und Getränkelieferanten vor Ostern überprüfen.
- Tag der Arbeit (1. Mai) und Christi Himmelfahrt (6. Mai): Sommerkarte fertig, gedruckt und in Social Media. An diesen Tagen haben Biergärten und Ausflugslokale Hochbetrieb.
- Pfingsten (16. und 17. Mai): ein guter Termin, um neue Gerichte einzuführen und in die Hochsaison zu starten.
- September: die Hochsommergerichte runternehmen und die Saison mit einer Herbstkarte verlängern, mit Federweißer und Zwiebelkuchen.
Die übrigen Termine des Jahres findest du im Gastro-Kalender.
Formate, die den Sommer überstehen
- DIN A4 beidseitig, laminiert oder in einer Hülle: das robusteste Format.
- Schmale A4: braucht wenig Platz auf kleinen Tischen und lässt sich mit einer Hand halten.
- Plakat in DIN A3 an der Tür oder an der Ausgabe, damit man es von der Straße aus sieht. Neben dem Eingang muss in Deutschland ohnehin ein Preisverzeichnis hängen.
- Post und Story, um die neue Karte und die Eissorten anzukündigen.
Wenn Gäste aus dem Ausland kommen, übersetz die Karte und erklär Gerichte mit regionalen Namen wie Obatzda, Handkäs mit Musik oder Strammer Max.
Mit MenuDesign erstellen
Öffne die Vorlage für die Sommerkarte im Design Azulejo, ändere Gerichte und Preise und lade das PDF herunter. Wenn du am Wasser liegst, probier das Design Chiringuito; für einen Biergarten oder Pub das Design Pub. Mehr Designs findest du in den Speisekarten-Vorlagen.
Häufige Fragen
Darf ich draußen mehr verlangen als drinnen?
Ja, aber die Gäste müssen den Preis kennen, bevor sie bestellen. Wenn draußen andere Preise gelten, muss die Karte für draußen diese Preise zeigen; ein Aufschlag, der erst auf der Rechnung auftaucht, geht nicht. Auch auf der Terrasse sind die Preise Endpreise inklusive Bedienung.
Kleine Portionen oder ganze?
Draußen funktionieren kleine Portionen sehr gut: Die Leute bestellen mehr Abwechslung und kommen für eine zweite Runde wieder. Setz beide Größen in zwei Spalten mit Überschrift, „Klein“ und „Groß“, und lass die Spalte leer, die es bei einem Gericht nicht gibt.
Welches Papier nehme ich für eine Karte, die in der Sonne liegt?
Dickes Papier mit 250 bis 300 g/m², laminiert oder in einer festen Hülle, hält Wind und verschüttete Getränke aus. Die Sonne bleicht die Farbe aus, also halt Ersatz bereit: Mit dem gespeicherten PDF ist der Nachdruck eine Sache von Minuten.