Speisekarten-Design

Elegante Speisekarte: weniger Dinge, besser platziert

Eleganz auf der Speisekarte kommt nicht von Goldfolie oder Schnörkeln. Sie kommt von guter Schrift, viel Raum und Preisen, die nicht schreien.

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Beispielkarte im Design SobremesaSobremesaGehobene KücheBeispielkarte im Design BrasserieBrasserieKlassisches KaffeehausBeispielkarte im Design BodegaBodegaWeinkarteBeispielkarte im Design MilanoMilanoMode und KontrastBeispielkarte im Design DécoDécoGoldene ZwanzigerBeispielkarte im Design ModernistaModernistaBarcelona um 1900Beispielkarte im Design SumiSumiJapanisch, roter Stempel

Was eine Speisekarte elegant macht

Die Schrift. Fast jede elegante Karte setzt auf eine klassische Serifenschrift: eine Garamond, eine Bodoni, eine kontrastreiche Antiqua. Gesperrte Kapitälchen für die Überschriften und Kursiv für die Beschreibungen schaffen Hierarchie, ganz ohne Fett oder Farbe. Eine Schriftfamilie, höchstens zwei.

Der Raum. Großzügige Ränder und wenig pro Seite. Das sieht man am meisten, und es kostet am meisten, weil es dich zwingt, die Karte zu kürzen. Eine elegante Karte mit vierzig Gerichten auf einem gequetschten DIN A4 gibt es nicht.

Die Farbe. Eine dunkle Schriftfarbe und ein gedämpfter Akzent: Altgold, Bordeaux, Flaschengrün. Der Akzent gehört in Details (Überschriften, Linien, ein Ornament), nie in Absätze.

Der Preis. Zurückhaltend. Hinter dem Gericht oder in einer schmalen Spalte, ohne €-Zeichen in jeder Zeile und mit demselben Zahlenformat auf der ganzen Karte.

Papier und Mappe. Mattes Papier mit etwas Grammatur, weiß oder hell elfenbeinfarben. Eine Speisekartenmappe aus Leinen oder Leder oder ein schlichtes Brett. Glänzendes Plastik und spiegelnde Hüllen ruinieren jedes Design.

Fehler, die die Karte billig wirken lassen

  • Gold überall. Ein goldenes Ornament ist elegant, zehn sind eine Hochzeitseinladung.
  • Schreibschrift in den Beschreibungen. Sie passt zum Namen des Lokals, nicht zu drei Zeilen Text.
  • Alles in Großbuchstaben. Gesperrte Versalien funktionieren in kurzen Überschriften, über alle Gerichte hinweg ermüden sie.
  • Gedruckte dunkle Hintergründe. Am Bildschirm sehen sie toll aus, auf Papier lesen sie sich bei gedämpftem Licht schlechter und verbrauchen viel Tinte.
  • Prospekt-Adjektive wie „exquisit“, „köstlich“, „himmlisch“. Das entscheidet der Gast.
  • Preise von Hand korrigiert oder überklebt. Wenn sich ein Preis ändert, druck neu.

Wie du die Gerichte beschreibst

Der elegante Ton ist zurückhaltend. Nenn das Produkt, seine Herkunft, wenn sie etwas aussagt, und die Zubereitung, und lass den Rest weg:

  • „Steinbutt aus der Nordsee, Miesmuscheln, Queller, Champagnersauce“
  • „Taube aus dem Ofen, ihr Jus, Rote Bete und Kakao“

Kommas ersetzen „mit“ und „an“. Eine Zeile pro Beschreibung, höchstens zwei. Wenn du internationale Gäste hast, wirkt eine zweisprachige Karte mit der Übersetzung unter jedem Gericht gepflegter als zwei getrennte Karten. Prüf die Übersetzung immer, vor allem die Produktnamen.

Sieben Designs für eine elegante Speisekarte

Sobremesa ist die klassischste Wahl für die gehobene Küche: alles zentriert, weit gesperrte Versalien in Cormorant Garamond, goldene Rauten zwischen Linien und ein kleiner Preis hinter jedem Gericht. Für kurze Karten und Degustationsmenüs.

Brasserie rahmt die Seite mit einer Doppellinie und führt jedes Gericht mit einer feinen Linie zum Preis. Auch lange Karten bleiben damit souverän; ideal für klassische Cafés und Hotelrestaurants.

Bodega nutzt EB Garamond, eine Weintraube im Kopf und ausgerichtete Spalten für Glas und Flasche. Perfekt für die Weinkarte und, passend dazu, für die Speisekarte eines klassischen Restaurants.

Milano ist Eleganz in Schwarz-Weiß: riesige Bodoni, große kursive Überschriften und Gerichte in Kapitälchen. Für moderne Italiener, Cocktailbars und Restaurants mit Designanspruch.

Déco holt den Glamour der Zwanzigerjahre zurück: ein goldener Strahlenfächer, ein gestufter Rahmen und die Schrift Limelight. Für Cocktailbars, Hotels und Galadinner.

Modernista hat Ecken mit Peitschenhieblinien, Schnörkel und auf dem Tagesmenü einen Fries aus Trencadís-Mosaik. Jugendstil-Eleganz für historische Kaffeehäuser, Konditoreien und Teesalons.

Sumi ist Eleganz durch Weglassen: ein rotes Siegel, weit gesperrte Versalien und viel Weiß. Für japanische Küche und jede kurze Karte, die Ruhe sucht.

Format und Verarbeitung

Eleganz mag schlanke Formate. Die schmale A4 (140 × 297 mm) ergibt eine hohe, schmale Spalte, die du mit einer Hand hältst; das Heft verteilt eine lange Karte mit Titel- und Rückseite, ohne etwas zu quetschen. Für ein Degustationsmenü oder ein festes Menü reicht ein zentriertes DIN A5.

In jedem Design kannst du Schriftfarbe, Akzent und Papierfarbe sowie die Schriften für Überschriften und Text ändern, ohne die Komposition zu zerstören. Vergleich alle in der Galerie der Speisekarten-Designs. Mehr zur Wahl der Schrift findest du unter Schriftarten für die Speisekarte; die allgemeinen Regeln zu Hierarchie und Raum stehen in Speisekarte gestalten.

Häufige Fragen

Welche Schrift wirkt auf einer Speisekarte am elegantesten?

Eine klassische Serifenschrift (eine Garamond, eine Bodoni, eine Playfair) in ordentlicher Größe, mit Kapitälchen für die Überschriften und Kursiv für die Beschreibungen. Eine Schriftfamilie, höchstens zwei. Schreibschriften nur für den Namen des Lokals.

Soll ich das €-Zeichen weglassen?

Auf einer eleganten Karte ist das üblich: Preise ohne Zeichen in jeder Zeile, überall dasselbe Format mit Komma und ein Hinweis am Fuß wie „Alle Preise in Euro inkl. MwSt. und Bedienung“. In Deutschland müssen die Preise auf der Karte ohnehin Endpreise sein, also Mehrwertsteuer und Bedienung enthalten.

Auf welchem Papier soll ich sie drucken?

Auf einem matten Papier mit ordentlicher Grammatur, weiß oder hell elfenbeinfarben. Verzichte auf Hochglanz und Laminierung: Sie spiegeln das Licht im Raum und machen die Karte schwerer lesbar.