Speisekarten-Grundlagen

So übersetzt du deine Speisekarte

Eine gute Übersetzung benennt deine Gerichte nicht um: Sie erklärt sie. So entsteht eine Karte, die Touristen verstehen und für die du dich nicht schämen musst.

3 Min. LesezeitVeröffentlicht am

Oder Text einfügen
Illustration zum Ratgeber: So übersetzt du deine Speisekarte

Was im Original bleibt

Viele Touristen kommen extra, um einen Schweinsbraten oder einen echten Kaiserschmarrn zu probieren. Übersetzt du den Namen, finden sie ihn auf der Karte nicht mehr. Die Regel: Gerichte mit eigenem Namen behalten ihn, mit einer Erklärung darunter.

Einige Beispiele, die du besser nicht übersetzt: Maultaschen, Spätzle, Saumagen, Labskaus, Leberkäse, Obatzda, Flammkuchen, Königsberger Klopse, Rote Grütze, Schwarzwälder Kirschtorte. In Österreich und der Schweiz: Tafelspitz, Kaiserschmarrn, Germknödel, Rösti, Zürcher Geschnetzeltes, Älplermagronen.

Übersetzt wird die Erklärung: was es ist, wie es zubereitet wird und was dazu kommt.

Labskaus — corned beef mashed with potatoes and beetroot, served with a fried egg, pickled gherkin and rollmop herring.

Wie du das Gericht beschreibst

Denk an jemanden, der noch nie in Deutschland war. Er braucht die Hauptzutat, die Zubereitung und die Beilage. Mehr nicht.

Gericht Wörtliche Übersetzung (vermeiden) Besser
Handkäs mit Musik EN: hand cheese with music EN: Handkäs mit Musik – tangy sour-milk cheese marinated in onions and vinegar
Strammer Max EN: strapping Max EN: Strammer Max – ham and fried eggs on farmhouse bread
Leberkäse EN: liver cheese EN: Leberkäse – Bavarian baked meat loaf (no liver, no cheese)
Arme Ritter FR: pauvres chevaliers FR: pain perdu
Falscher Hase ES: liebre falsa ES: rollo de carne picada al horno (Falscher Hase)
Bienenstich IT: puntura d’ape IT: Bienenstich – torta lievitata con crema e mandorle caramellate

Achte auch auf Fische: Zander, Saibling, Scholle, Rotbarsch oder Felchen haben in jeder Sprache ihren eigenen Namen, und ein Übersetzungsprogramm kann sie verwechseln. „Seelachs“ ist übrigens kein Lachs, sondern Köhler (englisch „coley“ oder „saithe“). Und wenn du viele Gäste aus den USA hast, hilft bei Steaks eine Angabe in Unzen: „Rumpsteak 300 g (approx. 10 oz)“.

Zweisprachige Karte oder eine Karte pro Sprache

Zweisprachig (die zweite Sprache unter jedem Gericht, in kleinerer Schrift):

  • Ideal mit einer zusätzlichen Sprache.
  • Service und Gast zeigen auf dieselbe Zeile.
  • Braucht mehr Platz: Vielleicht musst du auf ein Heft oder ein beidseitig bedrucktes DIN-A4-Blatt wechseln.

Eine Karte pro Sprache:

  • Besser mit drei oder mehr Sprachen.
  • Jede Karte bleibt aufgeräumt, mit großer Schrift.
  • Behalte Design, Reihenfolge und Preise bei, damit sich der Service in jeder Fassung zurechtfindet.

Erst maschineller Entwurf, dann menschliche Prüfung

Hat dein Browser einen eingebauten Übersetzer, nutzt MenuDesign ihn für einen ersten Entwurf der Gerichte und Beschreibungen. Die häufigsten Rubriküberschriften, die Allergennamen, die Labels (vegetarisch, glutenfrei…) und Hinweise wie „inkl. MwSt.“ sind schon übersetzt.

Dann gehst du Gericht für Gericht durch und korrigierst, was nötig ist. Dieser Schritt macht den Unterschied: Übersetzungsprogramme scheitern genau da, wo eine Karte am heikelsten ist, bei Gerichtsnamen und Fleischteilen.

Checkliste vor dem Druck

  • Gerichte mit eigenem Namen behalten ihren Originalnamen.
  • Jedes Gericht erklärt Hauptzutat, Zubereitung und Beilage.
  • Allergene und Legende stehen in der Sprache der Karte.
  • Hinweise sind übersetzt: „Preise inkl. MwSt.“, die Zusatzstoffe, „Tagespreis“ und alles, was nach Gewicht berechnet wird.
  • Mengen und Einheiten ergeben Sinn: „6 Stück“, „100 g“, „für zwei Personen“, „0,3 l“.
  • Die Preise sind in jeder Fassung identisch.
  • Rubriken und Gerichte stehen in jeder Sprache in derselben Reihenfolge.
  • Jemand, der die Sprache spricht, hat alles gelesen.

Verfügbare Sprachen

MenuDesign-Karten lassen sich auf Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch, Portugiesisch und Katalanisch drucken. Für Pflichtangaben gibt es eine Regel: In Deutschland müssen sie auf Deutsch verfügbar sein, auch die Allergene (§ 2 LMIDV). Eine Karte nur auf Englisch reicht also nicht; die Übersetzung kommt dazu. Arbeitest du in einer mehrsprachigen Gegend, etwa in der Schweiz, prüf die Regeln vor Ort.

Wie alles andere in der App sind Übersetzung und zweisprachiger Modus kostenlos. Wenn du die Karte gerade erst zusammenstellst, fang mit Speisekarte erstellen an.

Häufige Fragen

Soll ich die Namen meiner Gerichte übersetzen?

Gerichte mit eigenem Namen (Maultaschen, Saumagen, Labskaus, Kaiserschmarrn, Currywurst) behalten ihn, mit einer kurzen Erklärung darunter. Beschreibende Gerichte wie ein Tomatensalat werden übersetzt.

In welchen Sprachen kann eine MenuDesign-Karte erscheinen?

Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch, Portugiesisch und Katalanisch. Du kannst eine Karte pro Sprache exportieren oder eine zweisprachige Karte mit der zweiten Sprache unter jedem Gericht.

Ist eine zweisprachige Karte besser als eine Karte pro Sprache?

Mit einer zusätzlichen Sprache ist die zweisprachige Karte sehr praktisch. Brauchst du drei oder mehr Sprachen, funktioniert eine Karte pro Sprache mit demselben Design und derselben Reihenfolge besser.

Reicht eine maschinelle Übersetzung?

Als erster Entwurf schon, aber sie verwechselt Gerichtsnamen und Fleischteile. Prüf jedes Gericht und lass die Karte, wenn möglich, vor dem Druck von einem Muttersprachler lesen.