Zuerst der Kontrast
Das Licht im Restaurant ist meist gedämpft, warm oder kommt von Kerzen, und das frisst Kontrast. Ein mittleres Grau, das am Bildschirm elegant aussieht, verschwindet auf dem Tisch.
Die Regel: sehr dunkler Text auf hellem Papier. Zur Orientierung: Die Richtlinien für barrierefreie Websites verlangen ein Kontrastverhältnis von mindestens 4,5 zu 1 für normalen Text und 3 zu 1 für großen Text (W3C, WCAG 2.2). Sie sind für Bildschirme geschrieben, taugen aber als Untergrenze für Papier. Einige Beispiele auf Weiß:
| Farbe | Einsatz | Kontrast auf Weiß |
|---|---|---|
| Blau von Riviera (#1f3fb8) | Der ganze Text | 8,5 : 1 |
| Bordeaux von Bodega (#7b1e33) | Akzent | 10,1 : 1 |
| Orange von Brasa (#c2410c) | Akzent | 5,2 : 1 |
| Hellgrau (#8a8a8a) | Nur Details | 3,5 : 1 |
Helle Töne (Gold, sanftes Orange, Grau) funktionieren für große Überschriften, Linien und Ornamente. Für Beschreibungen und Preise ist eine dunkle Farbe besser.
Der Bildschirm ist nicht das Papier
Was du am Computer siehst, besteht aus Licht (RGB). Ein Drucker mischt Farben (CMYK) und erreicht nicht jede Farbe vom Bildschirm: Sehr leuchtendes Grün, Blau, Orange und Pink kommen auf Papier stumpfer heraus. Deshalb:
- Druck eine Probe, bevor du eine Farbe freigibst, und wenn du in die Druckerei gehst, bitte um einen Andruck auf Papier.
- Erwarte keine identische Farbe von deinem Drucker, dem Copyshop und der Druckerei. Jede Maschine und jedes Papier liefert ein leicht anderes Ergebnis.
- Neonfarben gibt es in CMYK nicht. Das knallige Pink von Neón mit seinem dunklen Hintergrund ist für Bildschirme und Social Media gemacht, nicht für den Bürodrucker.
Mehr zu Papier und Veredelung findest du unter Speisekarte drucken.
Farbige Hintergründe und Farbauftrag
Ein randloser farbiger Hintergrund wirkt wie eine gute Idee, bis du ihn druckst:
- Er verbraucht enorm viel Tinte oder Toner, und bei einer Karte, die du oft änderst, merkst du das an der Rechnung.
- Drucker zu Hause und im Büro lassen einen weißen Rand um das Blatt, deshalb reicht der Hintergrund nie bis zur Kante.
- Auf Tintenstrahldruckern kann sich das Papier wellen, und große Vollflächen kommen streifig heraus.
Wenn du einen Hintergrundton willst, kauf Papier in dieser Farbe (Creme, Kraftpapier, Vergé), statt ihn zu drucken. Zwei Warnungen:
- Es gibt keine weiße Farbe in normalen Druckern: Weißer Text auf farbigem Papier lässt sich nicht drucken.
- Farben verschieben sich auf farbigem Papier: Ein Rot auf cremefarbenem Papier wird ziegelrot, auf Kraftpapier dunkelt es nach. Erst testen.
Wie viele Farben
Für die meisten Karten: eine Farbe für den Text und ein Akzent. Beispiele aus unseren Designs:
- Eine einzige Farbe: Riviera macht alles in Blau und Milano alles in Schwarz. Sie lassen sich überall gut drucken und wirken sehr selbstbewusst.
- Fast-Schwarz und ein Akzent: Marinero kombiniert Marineblau mit Rot, Brasa Fast-Schwarz mit Glutorange, Bodega einen sehr dunklen Weinton mit Bordeaux.
Wenn du ein Logo hast, nimm den Akzent daraus. Und setz den Akzent diszipliniert ein: Rubrikenüberschriften, hervorgehobene Gerichte und das eine oder andere Detail. Wenn Beschreibungen, Preise und Allergene auch farbig sind, fällt der Akzent nicht mehr auf.
Farbe nach Art des Lokals
Es gibt Konventionen, die Gäste wiedererkennen: Grün für pflanzliche Küche, Blau für Fisch und Meeresfrüchte, Erd- und Gluttöne für den Grill, Weinrot für Weinbars, Schwarz und viel Weiß für die Küche mit Handschrift des Chefs. Sie funktionieren, weil man sie wiedererkennt, nicht weil eine Farbe „den Appetit anregt“: Solche Behauptungen werden oft wiederholt, sind aber kaum belegt. Was Farben bedeuten, hängt von Kultur und Kontext ab.
Einige Ausgangspunkte:
| Lokal | Palette | Beispieldesign |
|---|---|---|
| Pflanzliche Küche, Terrasse | Dunkelgrün und Blattgrün | Botánico |
| Fischrestaurant, Fischbude | Marineblau und Rot | Marinero |
| Steakhouse, Grill | Fast-Schwarz und Orange | Brasa |
| Weinbar, Weinkarte | Dunkler Weinton und Bordeaux | Bodega |
| Café, Bäckerei | Graugrün und Salbei | Nórdico |
Nimm sie als Inspiration, nicht als Regeln. Ein rosa Fischrestaurant kann unvergesslich sein, wenn es zum Lokal passt.
Verlass dich nicht nur auf Farbe
Schwierigkeiten, Farben zu unterscheiden, sind häufiger, als man denkt. Die häufigste Form, die Rot-Grün-Schwäche, betrifft laut MedlinePlus etwa einen von 12 Männern und eine von 200 Frauen nordeuropäischer Herkunft.
Deshalb muss jede wichtige Information auch ohne Farbe verständlich sein:
- Allergene mit Icons in eigener Form, mit Ziffern oder Namen, immer mit Legende. Nie nur ein farbiger Punkt.
- Vegan, glutenfrei oder scharf mit einem Icon oder Buchstaben (V, VG, GF), nicht mit einem grün oder rot gedruckten Gerichtsnamen.
- Probier es in Schwarz-Weiß: Druck eine Seite in Graustufen. Wenn dann noch alles verständlich ist, bist du auf dem richtigen Weg.
In MenuDesign hat jedes Allergen ein eigenes Symbol, und du kannst auf Ziffern von 1 bis 14 oder auf Namen umstellen; die Hinweise vegetarisch, vegan und glutenfrei haben eigene Icons und eine Legende. Mehr dazu unter Allergene auf der Speisekarte.
Farben in MenuDesign ändern
Jedes Design bringt eine getestete Farbkombination mit. Im Bereich „Design“ kannst du Textfarbe, Akzent und Papier ändern, fertige Kombinationen ausprobieren oder zum Original zurückkehren. Dein Logo kann seine eigenen Farben behalten, die Farbe des Designs übernehmen oder den Akzent nutzen, damit alles zusammenpasst und nichts konkurriert.
Wenn du druckst, lass das Papier weiß und kauf farbiges Papier, wenn du es willst. Wenn die Karte für einen Bildschirm oder Social Media gedacht ist, sind dunkle Hintergründe und leuchtende Farben dort richtig aufgehoben. Stöbere in den 50 Speisekarten-Designs oder fang im Editor an.
Häufige Fragen
Welche Farben lassen sich auf einer Speisekarte am besten lesen?
Sehr dunkler Text auf hellem Papier. Je mehr Kontrast, desto besser liest sich die Karte bei wenig Licht. Kräftige Farben hebst du dir für Überschriften, Details und hervorgehobene Gerichte auf, nicht für Beschreibungen.
Kann ich die Karte auf farbiges Papier drucken?
Ja, aber bedenke, dass normale Drucker kein Weiß drucken können und Farben auf nicht weißem Papier ihren Ton ändern. Druck eine Probe, bevor du alle Exemplare druckst.
Wie viele Farben sollte eine Speisekarte haben?
Eine Farbe für den Text und ein Akzent reichen. Höchstens eine dritte, wenn es die Papierfarbe oder die deines Logos ist.
Wie kennzeichne ich vegane Gerichte oder Allergene, ohne mich auf Farbe zu verlassen?
Mit Icons in unterschiedlichen Formen, mit Buchstaben oder Ziffern und einer Legende. Wer eine Farbsehschwäche hat, unterscheidet einen grünen Punkt vielleicht nicht von einem roten, aber ein Blatt sehr wohl von einer durchgestrichenen Ähre.