Bevor du gestaltest, entscheide, was du verkaufst
Eine Speisekarte ist kein Inventar deiner Küche, sondern eine Auswahl. Bevor du an Farben oder Schriften denkst, schreib jedes Gericht auf, das du jetzt anbietest, und notier dir zu jedem drei Dinge:
- Verkauft es sich? Die Gerichte, die jeden Tag rausgehen, und die, die kaum jemand bestellt.
- Bringt es Geld? Wareneinsatz im Verhältnis zum Verkaufspreis.
- Schafft deine Küche es zur Hauptzeit, ohne dass der Pass stockt?
Gerichte, die keine der drei Fragen bestehen, sind Kandidaten zum Streichen. Die, die nur ab und zu gehen, können auf die Tageskarte wandern. Eine kürzere Karte liest sich besser, reduziert Abfall und zeigt dem Gast, dass du weißt, was du tust.
Die Reihenfolge der Rubriken
Folge der Reihenfolge, in der man isst. Ein Aufbau, der für die meisten Betriebe passt:
- Vorspeisen und Suppen
- Salate und Kleinigkeiten zum Teilen
- Fisch
- Fleisch
- Vom Grill oder Spezialitäten des Hauses
- Beilagen
- Desserts
- Getränke (auf einer eigenen Karte, wenn die Liste lang ist)
Zwei Hinweise dazu. Liegt deine Stärke beim Grill oder bei deinen Schnitzeln, zieh sie nach oben: Was dich ausmacht, gehört nicht in die Mitte der Seite. Und halte die Rubriknamen klar. „Aus dem Meer“ oder „Aus dem Garten“ funktionieren; ein origineller Name, bei dem man raten muss, was drinsteckt, nicht.
Wie viele Gerichte
Die richtige Zahl gibt es nicht, aber einen einfachen Test: Lässt sich jede Rubrik auf einen Blick erfassen? Jedes zusätzliche Gericht bedeutet mehr Einkauf, mehr Vorbereitung und mehr Platz auf der Seite. Hat eine Rubrik mehr als etwa zehn Gerichte, teil sie auf (zum Beispiel „Fleisch“ und „Vom Grill“) oder kürz sie.
Eine kurze Karte lässt dem Design auch Luft: größere Schrift, mehr Abstand zwischen den Gerichten und weniger Seiten zum Drucken.
So gibst du die Preise an
- Kein €-Zeichen in jeder Zeile. Reine Zahlen reichen, mit einem Hinweis am Fuß: „Alle Preise in Euro inkl. MwSt.“
- Ein Format. Entweder alles mit zwei Nachkommastellen (9,00 und 12,50) oder ganze Zahlen, wo sie ganz sind (9 und 12,50). Nachlässig wirkt es, 9,00 mit 12,5 zu mischen.
- Immer an derselben Stelle, auf der ganzen Karte gleich ausgerichtet.
- Besondere Preise erklärt: „6,50 € pro 100 g“, „für zwei Personen“, „pro Person, ab zwei Personen“ oder eigene Spalten für kleine und große Portionen.
- Getränke mit Menge: „Pils 0,3 l“, „Riesling 0,2 l“. Das verlangt die Preisangabenverordnung, und es erspart Diskussionen.
- Der Endpreis. In Deutschland muss der Preis auf der Karte die Mehrwertsteuer und die Bedienung enthalten; einen Servicezuschlag auf die Rechnung zu setzen, ist nicht erlaubt. Was die Vorschriften sonst verlangen, steht in Vorschriften für die Speisekarte.
Sortier die Gerichte nicht vom billigsten zum teuersten: Das lädt dazu ein, nach Preis statt nach Appetit zu wählen.
Beschreibungen, die beim Bestellen helfen
Eine gute Beschreibung beantwortet in einer Zeile: „Was genau ist das?“
- Hauptzutat, Zubereitung und Beilage: „Gebratener Kabeljau, Kartoffelstampf, Nordseekrabben-Butter“.
- Menge, wenn sie zählt: „6 Stück“, „250 g“, „für zwei Personen“.
- Herkunft, wenn sie etwas sagt: „Büsumer Krabben“, „Lamm von der Schwäbischen Alb“. Nur wenn es stimmt.
- Keine leeren Adjektive: „köstlich“, „exquisit“ oder „mit Liebe zubereitet“ sagen dem Gast nichts.
Selbsterklärende Gerichte (Currywurst mit Pommes, eine Portion Pommes) kommen ohne Beschreibung aus. Das ist in Ordnung.
Schrift und Lesbarkeit
- Höchstens zwei Schriften: eine für Überschriften und eine für den Text. Oder eine einzige Familie mit ihren verschiedenen Stärken.
- Großzügige Größe. Denk an einen Tisch bei gedämpftem Licht und einen Gast, der seine Brille zu Hause gelassen hat. Zu kleine Schrift ist einer der häufigsten Fehler.
- Hoher Kontrast: dunkle Schrift auf hellem Papier.
- Großbuchstaben nur für kurze Überschriften. Ein ganzer Absatz in Versalien ist mühsam zu lesen.
Papier und Veredelung
| Verwendung | Grammatur (ungefähr) | Hinweise |
|---|---|---|
| Tagesgerichte, die täglich wechseln | 90–120 g/m² | Günstig, wird täglich ersetzt |
| Karte in Hülle oder Speisekartenmappe | 120–160 g/m² | Die Hülle schützt sie |
| Karte ohne Schutz in der Hand | 250–300 g/m² oder laminiert | Hält Flecken und Abnutzung aus |
Bevor du Exemplare bestellst, druck einen Test auf normalem Papier und lies ihn an einem deiner Tische bei der Beleuchtung, die während des Service herrscht.
Auch der Fuß der Karte zählt
Den unteren Rand der Karte hältst du für das Praktische frei: einen Allergenhinweis („Informationen zu Allergenen und Zusatzstoffen erhalten Sie bei unserem Servicepersonal“), die Legende der Zusatzstoffe, „Alle Preise in Euro inkl. MwSt.“, Öffnungszeiten, Telefonnummer und soziale Netzwerke. Danach sucht man, wenn man sich entschieden hat.
Mach sie in MenuDesign
Fotografier deine aktuelle Karte oder füg den Text ein, und MenuDesign setzt sie in einem seiner 50 Designs. Du prüfst Gerichte und Preise, markierst Allergene, wählst ein Format (DIN A4, DIN A5, Heft, Wickelfalz…) und lädst ein druckfertiges PDF herunter. Es ist kostenlos und braucht kein Konto: Alles wird in deinem Browser gespeichert.
Häufige Fragen
Wie viele Gerichte sollte eine Speisekarte haben?
Es gibt keine gesetzliche oder magische Zahl. Ein guter Test: Jede Rubrik lässt sich auf einen Blick erfassen, und deine Küche schafft jedes Gericht auch zur Hauptzeit. Hat eine Rubrik mehr als etwa zehn Gerichte, kürz sie oder teil sie auf.
Brauche ich ein €-Zeichen neben jedem Preis?
Nein. Reine Zahlen halten die Karte sauberer und sind genauso klar. Die Währung kennt jeder; ein allgemeiner Hinweis wie „Alle Preise in Euro inkl. MwSt.“ deckt den Rest ab.
Muss ich angeben, dass die Mehrwertsteuer enthalten ist?
Die Preise auf der Karte müssen die Mehrwertsteuer und die Bedienung schon enthalten, deshalb ist der Hinweis keine Pflicht, aber er vermeidet Fragen. Einen Servicezuschlag auf die Rechnung zu setzen, ist in Deutschland nicht erlaubt. In Österreich und der Schweiz gilt ebenfalls: Endpreise auf die Karte.
In welcher Reihenfolge stehen die Rubriken?
In der Reihenfolge, in der man isst: Vorspeisen und Suppen, Hauptgerichte, Beilagen, Desserts und Getränke. Dein Aushängeschild darf nach oben rücken oder hervorgehoben werden, damit es nicht untergeht.