Formate und Druck

Speisekarte drucken: Papier, Veredelung und die Einstellungen, auf die es ankommt

Auch ein gut gemachtes PDF kann schlecht gedruckt herauskommen. Das sind die Entscheidungen und Einstellungen, die den Unterschied zwischen einer selbst gebastelten und einer professionellen Karte machen.

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Illustration zum Ratgeber: Speisekarte drucken: Papier, Veredelung und die Einstellungen, auf die es ankommt

Die Einstellung, die die meisten Karten ruiniert: die Skalierung

Bevor wir über Papier reden: Wähl im Druckdialog „Tatsächliche Größe“ oder „Skalierung 100 %“. „An Seite anpassen“ verkleinert das PDF um ein paar Millimeter, verschiebt die Ränder und lässt bei Formaten, die du schneidest, die Schnittmarken danebenliegen. Prüf außerdem, ob das richtige Papierformat ausgewählt ist (A4, A3 …).

In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist DIN A4 das Standardpapier. Achte nur darauf, dass im Druckdialog nicht „Letter“ eingestellt ist, wie es bei Druckern oder Programmen mit amerikanischer Voreinstellung vorkommt: Ein A4-PDF, das in Originalgröße auf Letter gedruckt wird, verliert oben und unten einen Streifen, weil A4 höher ist.

Grammatur: welches Papier wofür

Grammatur Haptik Vergleichbar mit Ideal für
80–90 g/m² Normales Kopierpapier Druckerpapier aus dem Büro Proben; ein Tagesmenü, das nach dem Service weggeworfen wird
100–120 g/m² Etwas fester Gutes Briefpapier Tagesmenü auf dem Tisch; Karten in Hüllen
160–200 g/m² Dünner Karton Flyer Lose Karten für den Alltag; Wickelfalz
250–350 g/m² Dicker Karton Postkarte Umschläge; einblättrige Karten, die oft in die Hand genommen werden

Bevor du dicken Karton kaufst, schau im Handbuch deines Druckers nach, welche Grammatur er maximal verarbeitet. Viele Heimdrucker nehmen schweres Papier nur über den manuellen Einzug, manche nicht einmal dann.

Veredelung

  • Matt: kein Glanz, wirkt elegant und liest sich aus jedem Winkel gut. Die sicherste Wahl.
  • Glänzend: leuchtendere Farben, aber Spiegelungen unter Lampen und Strahlern.
  • Naturpapier (ungestrichen): natürliche Haptik, handwerklicher Look. Es saugt mehr Farbe auf, deshalb kommen die Farben etwas stumpfer heraus.
  • Synthetisches Papier: wasser- und fettabweisend, und es reißt nicht. Teurer, aber langlebig; praktisch für Terrassen, Biergärten und Strandbars.

Laminieren oder Hüllen?

Laminieren schützt die Karte und lässt sich abwischen. Der Nachteil: Jede Preisänderung bedeutet neu drucken und neu laminieren.

Hüllen und Speisekartenmappen (aus Kunststoff, Leder oder Holz) lassen dich das Blatt in einer Minute austauschen. Wenn du die Karte mehrmals im Jahr aktualisierst, sind sie meist die bessere Wahl.

Ein Mittelweg: die Speisekarte in einer Hülle und was sich nicht ändert (die Hausweine, die klassischen Cocktails) laminiert.

Eigener Drucker oder Druckerei

Zu Hause oder im Büro zu drucken, lohnt sich für kleine Auflagen, das Tagesmenü und Proben. Ein Laserdrucker trocknet sofort und verläuft nicht, wenn die Karte nass wird; beim Tintenstrahldrucker lass alles gut trocknen, bevor du es anfasst.

Im Copyshop oder in der Druckerei (auch online) lohnt es sich, wenn du dicken Karton, A3 oder größer, gleichbleibende Farbe über viele Exemplare, Schneiden mit der Schneidemaschine, Rillen oder Laminieren brauchst. Gib das PDF ab und bitte vor der ganzen Auflage um einen Probedruck. Sag dazu: „Tatsächliche Größe, nicht skalieren“.

Ränder und Hintergründe

Heimdrucker drucken nicht bis zum Rand: Sie lassen einen weißen Streifen von ein paar Millimetern. Die Designs von MenuDesign halten die Ränder schon ein, es wird also nichts abgeschnitten.

Vorsicht bei Designs mit dunklem Hintergrund wie Neón: Am Bildschirm sehen sie toll aus, aber auf einem Heimdrucker hinterlassen sie einen weißen Rahmen und verbrauchen viel Tinte. Für Papier ist ein Design mit hellem Hintergrund besser.

Farbe

Was du am Bildschirm siehst, ist nicht genau das, was auf Papier herauskommt: Gedruckte Farben sind meist etwas dunkler und stumpfer. Druck vor einer Auflage immer eine Probeseite. Wenn du in Schwarz-Weiß druckst, kennzeichne die Allergene mit Ziffern oder Buchstaben statt mit farbigen Icons.

Heft und Wickelfalz: beidseitig richtig drucken

Heft (A3-Bögen, auf A4 gefaltet):

  1. Papierformat A3.
  2. Beidseitig, Wenden an der kurzen Kante.
  3. Tatsächliche Größe.
  4. Druck zuerst einen Probebogen auf normalem Papier, falte ihn und prüf, ob die Seiten in der richtigen Reihenfolge stehen.

MenuDesign erstellt das PDF mit den Seiten schon in der richtigen Reihenfolge, damit beim Falzen und Ineinanderlegen der Bögen alles an seinem Platz landet. Wenn dein Drucker kein A3 drucken kann, bring das PDF in einen Copyshop oder eine Druckerei.

Wickelfalz (A4 quer, dreifach gefaltet): ebenfalls beidseitig und an der kurzen Kante.

Bei Papier über 160–170 g/m² lass vor dem Falzen rillen: eine eingepresste Falzlinie, damit das Papier am Falz nicht bricht.

Schneiden

Für das Tagesmenü mit zwei A5 pro Blatt oder die schmale A4 nimmst du eine Schneidemaschine oder einen Hebelschneider; mit der Schere wird es nie gerade. Bei Formaten, die auf einem größeren Blatt angeordnet sind (zwei pro Blatt, Heft, Wickelfalz), kannst du im PDF Schnittmarken einschalten, damit du genau weißt, wo du schneiden musst. Mehr dazu in den Ratgebern zum Tagesmenü in DIN A5, zur schmalen A4-Speisekarte und zur Speisekarte als Heft.

Häufige Fragen

Welche Grammatur brauche ich für eine Speisekarte?

120 bis 160 g/m², wenn sie in eine Hülle oder Speisekartenmappe kommt. 250 bis 300 g/m² oder laminiert, wenn die Gäste sie direkt in die Hand nehmen. Für ein Tagesmenü, das jeden Tag ersetzt wird, reichen 90 bis 120 g/m².

Warum wird meine Karte kleiner gedruckt, als sie sein sollte?

Weil der Drucker das PDF skaliert. Wähl im Druckdialog „Tatsächliche Größe“ oder „100 %“ statt „An Seite anpassen“.

Kurze oder lange Kante beim beidseitigen Druck?

Für ein Heft auf A3 quer oder einen Wickelfalz auf A4 quer die kurze Kante. Wenn du die lange Kante wählst, steht die Rückseite auf dem Kopf.

Ist es besser, die Karte zu laminieren oder Hüllen zu nutzen?

Wenn du Preise oder Gerichte oft änderst, Hüllen: Du tauschst das Blatt in einer Minute aus. Laminier nur, was monatelang gleich bleibt.