Was eine Speisekarte modern macht
Schrift mit Kontrast. Ein riesiger Name des Lokals und kleiner, klarer Text. Moderne Karten spielen mit sehr deutlichen Größenunterschieden statt mit Ornamenten. Neutrale serifenlose Schriften oder zeitgemäße Serifen für Überschriften, fast immer kombiniert mit einer serifenlosen Schrift für den Text.
Ein Raster. Feste Spalten, feine Linien, Rubrikennummern, alles an einer Achse ausgerichtet. Viele moderne Karten sind linksbündig gesetzt und heben sich das Zentrieren für das Tagesmenü auf.
Farbe. Eine Farbe und ein kräftiger Akzent oder einfach nur eine Farbe. Der Akzent taucht an wenigen Stellen auf und fällt gerade deshalb auf.
Raum. Weißraum wird als eigenes Element eingesetzt: Asymmetrie, breite Ränder, Luft zwischen den Rubriken.
Der Träger. Weißes mattes Papier, ein Holzbrett mit Klemme, längliche Formate. Und dieselbe Karte für Bildschirme und Social Media, weil viele Gäste sie auf dem Handy sehen, bevor sie auf dem Tisch liegt.
Typische Fehler
- Drei „moderne“ Schriften gleichzeitig. Eine gute serifenlose Schrift mit ihren Schnitten deckt alles ab.
- Hellgrau in winziger Größe. Am Computer sieht es sehr sauber aus, an einem schummrigen Tisch kann man es nicht lesen.
- Wortspiele ohne Erklärung. Wenn die Gäste bei jedem Gericht nachfragen müssen, funktioniert die Karte nicht.
- Dekorative Icons, die nichts bedeuten und mit den Allergen-Icons verwechselt werden.
- Ganzseitige Farbflächen, gedruckt auf dem Bürodrucker: Sie kommen streifig heraus und verbrauchen viel Tinte.
- Eine andere Idee in jeder Rubrik. Konsequenz ist das, was eine Karte gestaltet wirken lässt.
Wie du die Gerichte beschreibst
Direkt und konkret. Ein kurzer Name und darunter, was drin ist:
- „Tomate, Pfirsich und Basilikum“
- „Knusprige Ente, Spitzkohl, Pfifferlinge und Bergkäse“
Rubriken dürfen eigene Namen haben („Zum Anfang“, „Aus dem Meer“, „Vom Feuer“), solange sie klar sind. Misch Sprachen in Überschriften nicht nur zur Deko. Wenn du eine zweite Sprache brauchst, nimm die zweisprachige Karte, die die Übersetzung unter jedes Gericht und neben jede Überschrift setzt.
Acht moderne Designs
Editorial gestaltet die Karte wie ein Magazin: ein riesiger Titelkopf in Instrument Serif, nummerierte Rubriken in Kursiv und feine schwarze Linien. Für Bistros und Restaurants, bei denen das Produkt im Mittelpunkt steht.
Suizo ist das reine Raster: ein rotes Quadrat, der Name eng gesetzt in Inter Tight, große Rubrikennummern und alles linksbündig, auch das Tagesmenü.
Riviera arbeitet mit einer einzigen Farbe, fetten Kleinbuchstaben und Überschriften in Kapseln. Für moderne Gastropubs und Bars mit Charakter.
Serigrafía ahmt ein zweifarbiges Siebdruckplakat nach, mit leicht versetztem Passer und einem Rasterpunktmuster in der Ecke. Für Specialty-Coffee-Cafés und Brunch.
Cartel stellt den Namen des Lokals senkrecht an den Rand, riesig und in Rot, mit nummerierten Rubriken in Anton. Ein Plakat, das man aus der Nähe liest.
Bauhaus kombiniert Kreis, Quadrat und Dreieck in den drei Grundfarben, mit dem Text in Kleinbuchstaben und strenger Ausrichtung.
Constructivo ist ein Avantgarde-Plakat: ein großer roter Kreis, ein schräger Name und diagonale Bänder. Für Cocktailbars und Lokale mit Haltung.
Ticket macht die Karte zum Kassenbon, in einer Schreibmaschinenschrift, mit Zackenrand und Barcode. Für Weinbars und Gastropubs.
Formate: Papier und Bildschirm
Auf Papier ist ein zweispaltiges DIN A4 das Arbeitspferd, und die schmale A4 (140 × 297 mm) wirkt einspaltig zeitgemäßer. Für die Wand oder das Schaufenster das A3-Plakat. Und derselbe Inhalt ergibt den Post im Format 4:5, die Story im Format 9:16 und den Bildschirm 16:9 für den Fernseher in deinem Lokal, im selben Design.
In jedem Design kannst du Schriftfarbe, Akzent, Papier und Schriften ändern, und Schriftgröße und Spalten passen sich selbst an, um die Seite zu füllen. Vergleich sie mit deiner echten Karte in der Galerie der Speisekarten-Designs. Für die Wahl des Akzents lies Farben für die Speisekarte, für die Grundregeln Speisekarte gestalten.
Häufige Fragen
Welche Schrift passt zu einer modernen Speisekarte?
Eine neutrale serifenlose Schrift für den Text (in der Art von Inter oder Work Sans) und, wenn du Charakter willst, eine zeitgemäße Serifenschrift oder eine schmale Schrift für Namen und Überschriften. Höchstens zwei Familien.
Heißt modern ohne Farbe?
Nein. Viele moderne Karten haben einen kräftigen Akzent, aber an sehr wenigen Stellen: Rubrikennummern, ein Quadrat, die Überschriften. Alles andere ist eine dunkle Farbe auf Weiß.
Kann ich dieselbe Karte auf Papier und auf dem Bildschirm haben?
Ja. In MenuDesign wird derselbe Inhalt zu DIN A4, DIN A5, Heft oder Wickelfalz und auch zu einem Social-Media-Post, einer Story oder einem 16:9-Bildschirm, im selben Design.