Zwei verschiedene Karten
Ein Hotel braucht meist mindestens zwei Karten, und jede hat ihre eigene Logik:
- Room Service: gelesen im Zimmer, ohne Eile und ohne jemanden, der sie erklärt. Sie muss die Servicezeiten nennen, sagen, wie man bestellt und was der Service kostet.
- Frühstück: Buffet, à la carte oder beides. Gelesen im Frühstücksraum oder am Buffet, oft mit Kindern und in Eile, weil es gleich losgeht.
Hat das Hotel ein Restaurant, ist dessen Speisekarte die dritte. Die Room-Service-Karte ist meist eine kurze Auswahl daraus, mit den Gerichten, die auf dem Servierwagen oder dem Tablett gut ankommen. Bietest du Halbpension an, kommt das Abendmenü für die Pensionsgäste dazu, oft als Wahlmenü mit drei oder vier Gängen. Schreib darauf klar, was in der Halbpension enthalten ist und was extra kostet: Getränke, Aufpreise für einzelne Gerichte.
Rubriken für den Room Service
- Frühstück aufs Zimmer, mit den Servicezeiten.
- Kleine Gerichte: Club Sandwich, Salate, ein Burger, eine Suppe, etwas Warmes und Schnelles.
- Hauptgerichte aus dem Restaurant, mit den Servicezeiten.
- Desserts.
- Getränke: Wasser, Softdrinks, Kaffee und Tee, Bier, Wein und Sekt.
- Kinderkarte, wenn Familien bei dir übernachten. Der Ratgeber zur Kinderkarte erklärt, wie du eine zusammenstellst.
Das Wichtigste sind die Servicezeiten in jeder Rubrik, im Hinweis unter der Überschrift: „7:00–11:00 Uhr“, „12:00–15:00 · 18:00–23:00 Uhr“. Wenn etwas rund um die Uhr serviert wird, sag klar, was.
Was auf der Zimmerkarte stehen muss
- Wie man bestellt: die Durchwahl, in großer Schrift.
- Servicezeiten für jede Rubrik.
- Die Liefer- oder Servicepauschale, falls es eine gibt, mit Betrag: „Room Service: 5,00 pro Bestellung“.
- Die ungefähre Lieferzeit.
- Wie man bezahlt: auf die Zimmerrechnung oder bei Lieferung.
- Allergene, wie auf jeder Karte.
In Deutschland müssen die Preise auf der Karte Endpreise sein: inklusive Mehrwertsteuer, Bedienungsgeld und aller Zuschläge (§ 13 PAngV). Ein Hinweis wie „Alle Preise inkl. MwSt.“ am Fuß der Karte vermeidet Zweifel. Den Frühstückspreis musst du außerdem zusammen mit den Zimmerpreisen an der Rezeption gut sichtbar aushängen oder auslegen. In Österreich und der Schweiz gilt ebenfalls: Preise inklusive Steuer, in der Schweiz in CHF. Der Ratgeber zu den Vorschriften für die Speisekarte hat die Details.
Frühstück: Buffet, à la carte oder beides
- Buffet: Preis pro Person für Gäste, bei denen es nicht im Zimmerpreis enthalten ist, Servicezeiten und alles, was extra kostet (Eierspeisen à la minute, frisch gepresster Orangensaft, ein Glas Sekt). Zahlen Kinder weniger, sag bis zu welchem Alter.
- À la carte: kontinentales Frühstück und einzelne Gerichte (Rührei, Strammer Max, Müsli, Obstsalat, Joghurt). Jedes Frühstück mit dem, was dazugehört, ohne Spielraum für Missverständnisse: „Kaffee oder Tee, frisch gepresster Orangensaft, Brötchen, Croissant, Butter und Konfitüre“.
- Im Zimmer: Kostet es mehr als im Frühstücksraum, sag es auf beiden Karten.
Die Ideen zu Frühstücksangeboten aus dem Ratgeber zur Café-Karte funktionieren auch hier.
Allergene am Frühstücksbuffet
Am Buffet wird es kompliziert: viele Produkte, viele davon zugekauft, und die Gäste bedienen sich selbst.
- Ein Schild für jedes Gericht mit dem Namen und seinen Allergenen, oder eine Buffetkarte am Eingang, auf der alles steht. Wichtig ist, dass die Gäste es sehen, bevor sie sich nehmen.
- Zugekauftes Gebäck, Brot und Aufschnitt: Es zählt das Produktdatenblatt des Lieferanten. Gluten, Eier, Milch, Soja, Schalenfrüchte und Sesam tauchen oft auf.
- Glutenfrei: Wenn du glutenfreies Brot anbietest, gib ihm einen eigenen Toaster und einen eigenen Platz. Lässt sich Kreuzkontamination nicht vermeiden, sag es.
- Eigene Zangen und Löffel für jedes Gericht, damit Allergene nicht von einem zum anderen wandern.
- Eier oder Omeletts à la minute: Wenn auf derselben Platte alles gebraten wird, kann es Spuren geben.
In Deutschland darfst du über Allergene in loser Ware auch mündlich informieren, wenn es eine schriftliche Dokumentation gibt, damit das Personal immer dasselbe antwortet, und ein gut sichtbarer Hinweis die Gäste darauf aufmerksam macht. Am Buffet ist die schriftliche Angabe für alle am klarsten. In Österreich kennzeichnet man die Allergene meist mit den Buchstaben A bis R. Mehr im Ratgeber zu Allergenen auf der Speisekarte.
Karten in mehreren Sprachen
- Deutsch und Englisch mindestens, mit der zweiten Sprache unter jedem Gericht.
- Gerichte mit eigenem Namen behalten ihn, mit Erklärung: „Bauernfrühstück – Bratkartoffeln mit Rührei, Speck, Zwiebeln und Gewürzgurke“.
- Auch die festen Texte: Servicezeiten, Pauschale, Durchwahl.
- Eine Karte pro Sprache, wenn viele Gäste aus einem bestimmten Land kommen, in derselben Reihenfolge und mit denselben Preisen.
Der Ratgeber zum Übersetzen der Speisekarte hat eine Checkliste, mit der du sie vor dem Druck prüfst.
Format und Stil
- Schmale A4 oder Heft im Zimmer: passt in die Gästemappe und wirkt hochwertig.
- DIN A5 für die Frühstückskarte auf den Tischen.
- Plakat in DIN A3 am Eingang zum Frühstücksraum, mit Servicezeiten und Buffetpreis.
- Bildschirm im 16:9-Format an der Rezeption oder vor dem Restaurant, falls du einen hast.
Der Stil der Vorlage ist Brasserie, ein klassisches Grand Café mit Punktlinien und Serifenschrift. Nórdico passt zu einem kleinen Stadthotel, Déco zu einem klassischen Haus. Mehr Beispiele bei den Speisekarten-Vorlagen.
So geht’s in MenuDesign
Öffne die Vorlage für die Hotel-Speisekarte, ändere Gerichte, Preise und Servicezeiten, markiere die Allergene und lade das PDF herunter. Für das Frühstück duplizierst du die Karte unter Meine Speisekarten und passt sie an: gleicher Stil, anderer Inhalt. Kostenlos, ohne Anmeldung und in deinem Browser gespeichert.
Häufige Fragen
Darf ich für den Room Service einen Zuschlag berechnen?
Nur mit Vorsicht: Nach der Preisangabenverordnung (PAngV) müssen die Preise auf der Karte das Bedienungsgeld und alle sonstigen Zuschläge bereits enthalten. Am sichersten rechnest du den Zimmerservice in die Preise ein. Willst du trotzdem eine Pauschale pro Bestellung nehmen, muss der Gast sie sehen, bevor er bestellt, deutlich und mit Betrag; im Zweifel berät dich dein DEHOGA-Landesverband. In Österreich und der Schweiz gilt ebenfalls: Endpreise inklusive Steuer.
Wie informiere ich am Frühstücksbuffet über Allergene?
Wie auf der Karte: jedes Produkt mit seinen Allergenen. Am praktischsten ist ein kleines Schild neben jedem Gericht oder eine Buffetkarte am Eingang, auf der alles steht. In Deutschland darfst du auch mündlich informieren, wenn es eine schriftliche Dokumentation gibt und ein gut sichtbarer Hinweis darauf aufmerksam macht. Am Buffet, wo sich die Gäste selbst bedienen, sind schriftliche Schilder aber für alle klarer.
In welchen Sprachen sollte eine Hotelkarte sein?
Mindestens Deutsch und Englisch. Eine zweisprachige Karte mit der zweiten Sprache unter jedem Gericht reicht für die meisten Gäste. MenuDesign kann der Karte eine zweite Sprache hinzufügen; prüf die Übersetzung immer vor dem Druck.