Nach Betriebsart

So schreibst du eine Weinkarte, die bei der Wahl hilft

Eine Weinkarte ist kein Katalog. Sie ist ein Wegweiser, mit dem der Gast in einer Minute seine Flasche findet, sieht, was sie kostet, und mit gutem Gefühl bestellt.

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Illustration zum Ratgeber: So schreibst du eine Weinkarte, die bei der Wahl hilft

So ordnest du sie

Für die meisten Gäste ist diese Reihenfolge am klarsten: erst nach Art, dann nach Region.

  1. Schaumwein (Champagner, Winzersekt, Crémant, Prosecco, Cava)
  2. Weißwein
  3. Rosé
  4. Rotwein
  5. Likörwein (Sherry, Portwein, Madeira)
  6. Süßwein (Auslese, Beerenauslese, Eiswein)

Innerhalb jeder Art gruppierst du nach Land oder Region: Mosel, Pfalz, Rheingau, Franken, Baden, Wachau, Burgenland, Südtirol, Burgund, Rioja … Hast du viele Rotweine, sind Untergruppen nach Region unverzichtbar.

Die Alternative: nach Stil. Ist deine Karte kurz oder sind deine Gäste keine Experten, gruppier danach, wie der Wein ist: „Frische, leichte Weiße“, „Kräftige Weiße“, „Leichte Rote“, „Kräftige Rote“. Das hilft allen, die die Regionen nicht kennen.

Innerhalb jeder Gruppe erleichtert die Reihenfolge vom günstigsten zum teuersten die Wahl.

Was zu jedem Wein auf die Karte gehört

Das Wesentliche, in ein oder zwei Zeilen:

  • Name des Weins und Weingut.
  • Region oder Anbaugebiet (wenn es nicht schon in der Gruppenüberschrift steht).
  • Rebsorte oder Rebsorten.
  • Jahrgang, bei gereiften oder hochwertigen Weinen.
  • Geschmacksangabe bei deutschen und österreichischen Weinen: trocken, feinherb oder lieblich.

Ein Beispiel:

Beispiel Riesling Kabinett trocken 2023 — Weingut Beispiel · Mosel

Grüner Apfel, Schiefer, feine Säure. Zu Forelle und Spargel.

Glas und Flasche, in Spalten

Schenkst du Wein glasweise aus, nimm eine Preisspalte pro Glasgröße, dazu die Flasche. So vergleichen die Gäste auf einen Blick. Bei Weinen, die du nicht glasweise ausschenkst, setz einen Strich.

Wein 0,1 l 0,2 l Flasche
Grauburgunder, Pfalz 4,50 8,50 32
Hauswein rot 3,80 7 26
Barolo — — 79

Beispielpreise in Euro. In Deutschland schenkt man offene Weine meist in 0,1 l und 0,2 l aus, manchmal auch in 0,15 l oder 0,25 l; die Menge im Spaltentitel macht jeden Preis eindeutig. In Österreich sind das Achtel (0,125 l) und das Viertel (0,25 l) üblich, in der Schweiz 1 dl und 2 dl, mit Preisen in CHF. Und denk an das sogenannte Apfelsaftgesetz (§ 6 Gaststättengesetz): Mindestens ein alkoholfreies Getränk darf, auf den Liter umgerechnet, nicht teurer sein als das billigste alkoholische. Kalkulierst du den Hauswein sehr günstig, prüf das.

Bietest du Karaffen (0,5 l), halbe Flaschen (0,375 l) oder Weinschorle an, füg eine Spalte nur in den Rubriken hinzu, in denen es sie gibt. Um Glaspreise festzulegen, die den Flaschenpreis abdecken, probier die Getränkekalkulation.

Verkostungsnotizen: kurz halten

Eine nützliche Notiz passt in eine Zeile: Profil + wozu er passt.

  • „Frisch, zitrusfruchtig, salzig. Zu Meeresfrüchten und hellem Fisch.“
  • „Dunkle Beeren, Würze, langer Abgang. Zu Lamm und Wild.“

Lass den Verkostungsjargon weg („Waldboden im retronasalen Aroma, polierte Tannine“). Die Gäste wollen wissen, ob er ihnen schmeckt und ob er zu dem passt, was sie bestellt haben. Kannst du keine kurze, ehrliche Notiz schreiben, lass sie lieber weg.

Eigene Karte oder Teil der Speisekarte?

  • Wenige Weine (weniger als ein Dutzend): eine weitere Rubrik auf deiner Speisekarte, mit Spalten für Glas und Flasche.
  • Eine lange Liste: eine eigene Weinkarte. Ein Heft erlaubt dir, bequem nach Region zu ordnen; eine schmale A4 wirkt bei einer mittelgroßen Karte sehr elegant.

Allergene im Wein

  • Sulfite. Praktisch jeder Wein enthält sie über der Kennzeichnungsgrenze. Eine Fußnote wie „Alle unsere Weine enthalten Sulfite“ ist klar und deckt diesen Teil ab.
  • Ei und Milch. Manche Weine geben auf dem Etikett Ei oder Milch an, wegen der Schönungsmittel, mit denen sie geklärt werden. Steht es auf dem Etikett, übernimm es auf deine Karte. Dieselben Schönungsmittel sind auch der Grund, warum nicht jeder Wein vegan ist.

Aktuell halten

Jahrgänge wechseln, Weine sind ausverkauft und Preise steigen. Eine Weinkarte mit Kugelschreiber-Korrekturen wirkt nachlässig. Überarbeite sie jedes Mal, wenn du einen Jahrgang oder einen Lieferanten wechselst, und druck sie neu: Ist die Karte schon in MenuDesign angelegt, dauert das nur Minuten.

So geht’s in MenuDesign

Die Vorlage für die Weinkarte kommt im Design Bodega, mit fertigen Spalten für Glas und Flasche. Füg deine Liste ein oder mach ein Foto deiner aktuellen Karte, pass Gruppen und Preise an und lade das PDF herunter. Für eine lockerere Weinbar probier auch das Design Ticket. Alles kostenlos und ohne Anmeldung.

Häufige Fragen

Soll ich die Weine nach Preis sortieren?

Innerhalb jeder Gruppe (zum Beispiel Weißweine von der Mosel) hilft es, vom günstigsten zum teuersten zu gehen. Was nicht funktioniert: die ganze Karte nach Preis zu sortieren, ohne nach Art oder Region zu gruppieren.

Gehört der Jahrgang dazu?

Bei gereiften oder hochwertigen Weinen ja: Die Gäste schätzen ihn. Aber nur, wenn du ihn aktuell hältst; ein falscher Jahrgang wirkt nachlässig.

Wie zeige ich, welche Weine es glasweise gibt?

Mit Preisspalten für jede Glasgröße und die Flasche (in Deutschland meist „0,1 l“, „0,2 l“ und „Flasche“), mit einem Strich, wo du nicht glasweise ausschenkst. In Österreich sind „1/8“ und „1/4“ üblich, in der Schweiz „1 dl“ und „2 dl“.

Muss ich die Sulfite auf der Weinkarte angeben?

Sulfite gehören zu den 14 Hauptallergenen, und fast jeder Wein enthält sie. Ein Hinweis wie „Alle unsere Weine enthalten Sulfite“ deckt das klar ab.